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Maria

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Maria


Maria und ihre Familie werden seit Anfang 2018 von uns unterstützt. Maria ist Mutter von drei Kindern. Ihr Mann hat sie und die Kinder 2015 verlassen.

Der älteste Sohn Dismas besuchte zu Beginn der Unterstützung die Secondary School (Form 2). Die Tochter Caren begann die erste Klasse an einer staatlichen Schule. Für ihre Schulmaterialien konnten wir eine Patin (Erika) finden, die die Kosten übernahm. Der jüngste Sohn Joshua war zu Beginn noch sehr klein. Genaue Geburtsdaten der Kinder sind nicht bekannt, was in der Region nicht ungewöhnlich ist, da nicht alle Kinder eine Geburtsurkunde besitzen.

Maria verdient ihren Lebensunterhalt mit dem Verkauf von geröstetem Fisch auf der Straße. Sie konnte keine genauen Angaben zu ihrem Einkommen machen, gab jedoch an, alles sofort auszugeben und nichts zurückzulegen. Um ihre Arbeit zu verbessern, haben wir sie mit verschiedenen Materialien unterstützt. Besonders hilfreich war eine Vitrine, in der sie die fertigen Fische auslegen kann, ohne dass sie stark verstauben.

Maria lebt im Stadtteil Sanawari in Arusha. Die Straße, auf der sie arbeitet, ist nicht asphaltiert und besteht aus einem Erdweg, der in der Regenzeit sehr schlammig und in der Trockenzeit extrem staubig ist. Zwar gibt es in Arusha Fortschritte beim Straßenbau, diese kommen jedoch nur langsam voran.

Maria ist sehr religiös und verbringt viel Zeit in der Kirche. Sie wirkt trotz ihrer schwierigen Lebensumstände zufrieden, gleichzeitig aber wenig präsent im Alltag. Laut ihrer Schwester Elizabeth leidet Maria unter gesundheitlichen Problemen, die sie selbst nicht wahrhaben möchte und über die sie nicht spricht.

Elizabeth übernimmt einen großen Teil der Verantwortung für die Familie, hilft beim Fischverkauf, wenn Maria in der Kirche ist, und zahlte gemeinsam mit der Mutter lange Zeit Marias Miete von 25.000 TSh pro Monat. Erst später begann Maria, die Miete selbst zu zahlen. Wir machten uns insbesondere Sorgen um die Versorgung der Kinder, da Maria sehr stark mit sich selbst beschäftigt schien.

Zeitlicher Verlauf & Updates

2019

Maria verkauft jetzt neben Fisch auch Obst. Sie ist einem Sparring beigetreten (täglich 3.000 TSh Einzahlung, reihum Auszahlung des Gesamtbetrags) und bezahlt mit dem Auszahlungsbetrag ihre Miete. Ihre verwitwete Schwester Elizabeth musste seitdem nicht mehr finanziell einspringen. Ihr Sohn Dismas hat die Form-2-Prüfungen bestanden und wechselt in Form 3. Karen beginnt die zweite Klasse, während der jüngste Sohn Joshua noch nicht zur Schule geht.


2020

Im Januar 2020 konnte Maria ihre Miete selbst zahlen und ihre Schwester Elizabeth entlasten. Sie legte täglich Geld bei der Kirche zurück und hob es bei Mietfälligkeit wieder ab. Aktuell verkauft sie nicht genug, um einzuzahlen, und kann die Miete nicht mehr sechs Monate im Voraus zahlen – der Vermieter erlaubt monatliche Zahlung. Dismas (17) kommt in die 11. Klasse (Form 4). Caren besucht seit 2020 dank Spendern eine gute Privatschule (Goodwill School), was Maria gleichgültig lässt. Joshua geht noch nicht zur Schule.


2021

Maria und ihre Kinder (Dismas, Caren, Joshua) sind gesund. Sie verkauft Obst, ein Fischgeschäft scheiterte an Lieferengpässen. Wir gaben ihr 100.000 TSh Kapital, wovon sie 15.000 TSh für Dismas' Schule nutzte und den Rest in Obst investierte. Maria kennt weder Gewinn noch Ausgaben – sie zählt ihr Geld nie. Sie will in ein teureres Haus ziehen (40.000 statt 25.000 TSh Miete), obwohl sie die jetzige nicht zahlen kann. Wir lehnten ihre Bitte um Mietzahlung ab. Maria verbringt täglich 2-3 Stunden in der Kirche (Bus 400 TSh), Tochter Caren betreut dann den Stand. Maria kann nicht lesen oder schreiben (nur ihren Namen). Die Kirche ist uns suspekt – sie lehnte einen Besuch ab. Dismas wartet auf Form-4-Ergebnisse für Form 5 (ab Juni). Caren kommt in Standard 4, Joshua (6) beginnt im Januar die Vorschule.


2022

Maria hat noch ihren Obststand, aber der Regenschirm ist löchrig – wir kaufen einen neuen. Sie wohnt mit ihren drei Kindern im Haus ihrer Schwester Elizabeth und Mutter (drei Zimmer, sehr eng). Joshua durfte letztes Jahr kostenfrei in die Vorschule der Goodwill School, nun soll er in die erste Klasse. Caren hat dort die 4. Klasse mit sehr guten Noten abgeschlossen und kommt nächstes Jahr in die 5. Klasse. Dismas ist mit der Schule fertig – er will ein College mit gutem Fußballteam, wir überlegen gemeinsam, ob er lieber ein kleines Business startet.


2023/2024

Maria verkauft weiterhin Obst und Gemüse. Wegen der Regenzeit und ihres kaputten Regenschirms (Neupreis 100.000 TSh) kann sie bei Regen nicht arbeiten. Ihr Betriebskapital beträgt etwa 30.000 TSh, damit kauft sie jeden zweiten Tag nach. Maria ist mit Caren und Joshua zu ihrer Schwester Elizabeth und ihrer Mutter in ein zu kleines Haus mit drei Zimmern gezogen. Es gibt keinen Strom und nach 18:30 Uhr ist es dunkel, daher können die Kinder ihre Hausaufgaben kaum erledigen. Caren und Joshua besuchen die gute Goodwill School in der Nähe. Caren beginnt im Januar die 7. Klasse (letztes Grundschuljahr), Joshua kommt in die 2. Klasse.


2025

Maria und ihre Kinder haben keine gesundheitlichen Probleme. Maria ist aber sehr unglücklich mit ihrer derzeitigen Wohn- und Lebenssituation. Sie spürt, dass sie für die Familie eine Belastung ist und möchte ausziehen. Wir haben jetzt den Plan gemacht, dass sie, sobald sie keine Wassereimer mehr kaufen muss, dieses Geld jeden Tag sparen kann, bis sie die drei Monate Kaution zusammengespart hat, die man benötigt, um etwas zu mieten.

Caren ist 13 Jahre alt und hat die Grundschule mit Standard 7 auf der Goodwill School abgeschlossen. Sie war die Beste an ihrer Schule, Ihr Wunsch für die Zukunft ist es, Ärztin zu werden.

Joshua geht ebenfalls auf die Goodwill School.

Dismas wohnt mit Freunden zusammen und hat keinen Job, mit dem er die Familie unterstützen könnte. Er scheint es zu schaffen, irgendwie selbst über die Runden zu kommen.


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