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Fatuma

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Fatuma


Fatuma ist eine Witwe mit vier Kindern. Sie war Leiharbeiterin in einem Lager, in dem Mais und Bohnen für den Export sortiert und verpackt wurden. Zuvor wurden die Bohnen und der Mais mit konservierenden Chemikalien behandelt, die Fatumas Gesundheit so stark beeinträchtigten, dass sie oft ins Krankenhaus musste, um sich behandeln zu lassen.  

Als Leiharbeiter bekam Fatuma keinerlei Schutz, wie Handschuhe oder Masken, ist nicht krankenversichert und bekommt auch keine anderen Sozialleistungen.  

 

Fatuma verdiente 3,000 TSh (1.5 USD) pro Tag für die gesundheitsschädliche Arbeit und musste einen großen Teil davon für ihre medizinische Behandlung ausgeben. Sie konnte den Job nicht wechseln, da sie keine Alternative hatte. 

Wir haben Fatuma und ihre Familie unterstützt, indem wir die Familie mit Essen versorgt, Fatumas Behandlungskosten getragen und ihre Mietschulden von den letzten 12 Monaten bezahlt haben. Außerdem haben wir die Schulden bei den Schulen von ihrer Tochter Hawa und ihrem Sohn Rashidi bezahlt und ihr ein Startkapital für einen Essenskiosk gegeben. Da der Vermieter aber nach kurzer Zeit die Miete für den Kiosk erhöhte, hat sich der Kiosk nicht mehr rentiert. Inzwischen ist Fatuma glücklicherweise fest angestellt als Hausangestellte. Sie verdient allerdings mit 100,000 TSh recht wenig und daher hat sie manchmal Schwierigkeiten, ihre Miete zu zahlen. Wenn Hawa auf eigenen Beinen stehen würde, wäre es für sie eine finanzielle Erleichterung. 

Zeitlicher Verlauf & Updates

2019

Hawa
Hawa

Hawa hat inzwischen ihren Tourguidingkurs abgeschlossen (im Januar 2019 hat sie ihre letzte Prüfung abgelegt), aber ihr Englisch ist noch nicht gut genug, um Touristen führen zu können. Sie besucht den Englischkurs bei John Umbella und wir versuchen gerade, ihr einen Praktikumsplatz zu organisieren, damit sie praktische Erfahrungen sammeln kann. 

2020

Fatuma war bei einer wohlhabenden indischen Familie im Haus angestellt. Wegen der Coronapandemie ist ihr Arbeitgeber aber nach Indien zurückgegangen und Fatuma hat ihren Job verloren. 

Hawa hat bei einem kleinen Safariunternehmen gearbeitet. Glory, die Besitzerin, hat aber keine Kunden und kann Hawa nicht bezahlen und hat empfohlen, dass wir ihr ein Startkapital geben, damit sie auf eigenen Beinen stehen kann. 

Rashidi geht in die 10. Klasse (Form 3) der staatlichen Schule. Er hat bereits eine Sponsorin. 


2021

Fatuma arbeitet auf dem Bohnenmarkt und verdient dort meist nur 1.500–3.000 TSh pro Tag (ca. 6 Stunden Arbeit). Wegen ihres geringen Einkommens hat sie weiterhin Probleme, die Miete zu zahlen (40.000 TSh pro drei Monate im Voraus). Aktuell hat sie wieder fünf Monate Mietschulden. Fatuma recherchiert gerade, was andere Frauen erfolgreich machen, um selbst eine kleinere, profitablere Tätigkeit zu starten. Auch ein Umzug in eine günstigere Wohnung wird geprüft. Wir beraten sie weiterhin.

Ihre Tochter Hawa hat im Dezember geheiratet, der Mann ist aber arbeitslos. Hawa verdient etwa 5.000 TSh täglich mit Essenverkauf in der Stadt und hat zwei Monate Miete für ihre Mutter übernommen – mehr ist nicht möglich.

Die Familie ernährt sich sehr einfach (morgens Tee mit Mandazi, abends meist nur Ugali mit etwas Gemüse oder Joghurtmilch). Mittagessen gibt es nur für den Sohn Rashidi an Schultagen.

Rashidi wird jetzt Form 4 (11. Klasse) besuchen. Seine Ausbildung ist durch eine regelmäßige Sponsorin gesichert. Zum Schulstart kaufen wir ihm dringend benötigte Schuhe und einen Rucksack.


2022/2023

Fatuma geht es gesundheitlich gut. Sie sortiert weiterhin Bohnen (ca. 3.000 TSh/Tag) und kauft Wassereimer (5.000 TSh), die sie auf dem Land für 7.500 TSh verkauft. Nach dem Tod ihrer Mutter im September musste sie ihr Geschäftskapital für die Beerdigung nutzen; nun fehlt ihr Geld für neue Eimer. Rashidi hat die 10. Klasse abgeschlossen, seine Noten reichen nicht für eine staatliche Schule, aber für ein College. Er möchte eine dreijährige Ausbildung zum Reiseveranstalter in Moshi machen – die Stiftung zögert wegen fehlender Mittel und seines Englischs. Hawas Tochter Naira ist im Juni gesund zur Welt gekommen; der Familie geht es gut.


2024

Fatuma hat ein seit Kindheit geschädigtes Bein (nach einem Unfall mit einem Bäckereigestell), das manchmal gelähmt ist. Wegen abgelaufener Krankenversicherung kann sie es nicht behandeln lassen. Zudem bekommt sie beim Bohnensortieren Hautprobleme durch Konservierungschemikalien – früher half eine Creme über die Versicherung, jetzt kann sie die Bohnen nur möglichst wenig berühren und sich nach der Arbeit die Hände waschen. Für ihr altes Eimer-Geschäft auf dem Dorf bräuchte sie 150.000 TSh Startkapital – ihr Snack-Frittiergeschäft war nicht rentabel. Ihr Sohn Rashidi studiert Hotelmanagement, doch sie konnte sich seine Praktika in Daressalam, Nairobi und Sansibar nicht leisten.


2025

Rashid an der Arbeit
Rashid an der Arbeit

Fatuma hat starke Probleme mit Knie und Hüfte – sie kann nicht richtig laufen, nichts Schweres tragen und das Bein nicht mehr ausstrecken. Ein Arztbesuch riet ihr, nicht so viel zu laufen, doch sie hat keine Wahl. Nötige Untersuchungen wie Röntgen kann sie sich ohne Krankenversicherung nicht leisten. Sie sortiert weiterhin Bohnen und verdient etwa 5.000 TSh pro Tag bei einer Monatsmiete von 40.000 TSh. Ihre Tochter Hawa hatte ihre Schulden schon beglichen, doch jetzt hat Fatuma erneut Mietschulden von insgesamt 170.000 TSh (50.000 TSh plus 120.000 TSh Kaution). Ihr größter Wunsch ist eine Krankenversicherung – die günstigste staatliche kostet 240.000 TSh pro Jahr, deckt aber Röntgen nicht ab.

Hawa geht es gut mit ihrer kleinen Tochter Naira.

Fatumas Sohn Rashid hat sein Hotelmanagement-Studium abgeschlossen und absolviert ein unbezahltes Pflichtpraktikum im 5-Sterne-Hotel Gran Meliá in Arusha. Das Praktikum endet Ende Februar. Für die 12 Spätschichten pro Monat fehlt ihm das Geld für die Rückfahrt (3.000–5.000 TSh pro Taxi). Eine Spende deckt nun seine Fahrtkosten bis zum Praktikumsende.


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