Elizabeth ist Marias ältere Schwester. Sie ist Jahrgang 1981 und wohnt ganz in der Nähe von Maria. Als wir sie kennengelernt haben, hatte sie einen Stand, an dem sie Obst verkauft. Ihr Mann war starker Raucher und Trinker und ist 2013 an Leberversagen gestorben. Seitdem lebt sie mit ihrer Tochter Jennifer alleine. Jennifer wurde im Februar 2012 geboren und besuchte die erste Klasse auf der staatlichen Grundschule. Es machte den Eindruck, als wäre Elizabeth dazu in der Lage, für sich und Jennifer zu sorgen, aber da sie sich auch noch um Maria und ihre Kinder kümmern musste, hatte auch sie Probleme. Unsere Strategie ist war, Maria bzw. vor allem ihre Kinder zu unterstützen, um auf diese Weise Elizabeth zu entlasten. Zusätzlich wolten wir auch für Jennifer die Schulkosten tragen und haben glücklicherweise einen Sponsor gefunden, der die Schulmaterialien bezahlt: Mario. Wir fragten die Kinder meist, was sie mal werden wollten, wenn sie groβ werden. Jennifer möchtete einmal Englischlehrerin werden.

Zeitlicher Verlauf & Updates
2019
Elizabeths größtes Problem war, dass sie immer wieder bei ihrer Schwester Maria aushelfen musste – daher bekam sie bisher keine Geschäftshilfe von uns. Mario hat Elizabeths Tochter Jennifer bei Schulmaterialien unterstützt. Jennifer kommt jetzt in die dritte Klasse und war im ersten Halbjahr Platz 14 von 128, im zweiten Halbjahr Platz 31 – ein sehr gutes Ergebnis. Ein Wechsel auf eine Privatschule ist teuer und in der dritten Klasse kaum machbar. Elizabeth hatte zuletzt weniger Umsatz, nahm einen Kredit auf (den sie noch abzahlt). Wir planen, künftig eigene Mikrokredite ohne Zusatzgebühren zu vergeben.
2020
Elizabeth hatte von uns bisher keine finanzielle Unterstützung für ihr Geschäft bekommen, aber wir haben die Schulkosten ihrer Tochter Jennifer für die staatliche Schule übernommen (es gibt zwar keine Schulgebühren, aber trotzdem fallen Kosten für Strom, Wachmann, Wasser, Essen, Schuluniform, Bücher und Hefte an). Als wir im Januar 2020 in Arusha waren, war sie noch dabei, einen Kredit (mit Zinsen) abzuzahlen, das hat sie aber bereits geschafft. Seitdem sie ihre Schwester Maria weniger unterstützen muss, war es für sie einfacher geworden. Aber auch bei ihr lief das Geschäft in letzter Zeit weniger gut. Sie hat momentan 90,000 TSh Mietschulden. Damit sie keinen weiteren Kredit aufnehmen und Zinsen zahlen muss, möchten wir ihr einen zinsfreien Kredit geben und Jenipher Schulkosten weiterhin übernehmen.
2021

Elizabeth hat sich im August zusammen mit ihrer Mutter ein Haus mit drei Zimmern gekauft. Das Haus muss noch gestrichen werden und die Deckenplatten fehlen, aber die Familie zieht bald ein. Elizabeth verdient verhältnismäßig gut, zahlt wöchentlich ihren Kredit ab (bis Juni 2022) und monatlich Miete für ihren Obststand. Für ihr jetziges Miethaus hat sie noch drei Monatsmieten Schulden. Ihre Tochter Jennifer kommt ab Januar in die 5. Klasse und hat überraschend eine Halbschwester namens Lucy bekommen; der Vater wird sich nicht um die Familie kümmern, da er bereits verheiratet ist.
2024
Elizabeth geht weiterhin ihrem Geschäft nach (Betriebskapital etwa 50.000 TSh, täglicher Marktgang für Obst und Gemüse). Sie hat den Kredit für das Haus zurückgezahlt, das sie sich mit ihrer Mutter, ihrer Schwester Maria und deren Kindern teilt. Ein neues Haus kauft sie nicht, weil das Risiko zu hoch ist. Stromanschluss (500.000 TSh) und Wasseranschluss (300.000 TSh) sind für sie nicht erschwinglich. Ihre Tochter Jenny hat die Grundschule mit guten Ergebnissen abgeschlossen und darf in die 8. Klasse einer staatlichen Schule. Die jüngere Tochter Lucy (3 Jahre) soll in die Vorschule der Goodwill School.
2025

Elizabeth und ihre Familie sind gesund. Sie verdient ihr Einkommen weiterhin mit einem Obst- und Gemüsestand, aber ihr Kapital ist von ehemals ausreichend auf 150.000 TSh geschrumpft (ursprünglich 200.000 TSh), verschärft durch die Unruhen nach den Wahlen. Elizabeth wohnt mit ihrer Mutter und Marias Familie in einem abbezahlten Haus ohne Wasser- und Stromanschluss. Das teure Dazukaufen von Wasser (drei Eimer täglich) kostet sie mehr als früher die Miete inklusive Wasser. Wir werden ihr daher zinslos Geld für einen Wasseranschluss leihen (300.000 TSh); die Ersparnis soll sie innerhalb eines Monats zurückzahlen können. Jenny (10 Jahre, 8. Klasse) mag Englisch und Mathe und möchte Ärztin werden, hat aber laut Lehrern Probleme in Englisch. Sie hilft täglich freiwillig am Stand ihrer Mutter; Elizabeth will ihr künftig sagen, dass sie lieber Hausaufgaben machen soll. Lucy (4 Jahre) kommt nächstes Jahr in den Kindergarten.


