
Ana (Jahrgang ca. 1981) wohnte in Sanawari. Sie war Hausfrau und ihr Mann arbeitete bei einer Bank. Nachdem er befördert wurde, wurde er (vermutlich aus Eifersucht) vergiftet. Ana sollte den Bruder ihres Mannes heiraten, aber sie weigerte sich. Daraufhin wurden ihr alle Besitztümer weggenommen. Ihr einziger Sohn starb 2013 bei einem Verkehrsunfall auf dem Weg zurück von der Uni in Moshi, wo er studierte. Seitdem war Ana sehr einsam und hoffnungslos. Vom Stress bekam sie hohen Blutdruck und musste regelmäßig Medikamente nehmen. Sie begann Alkohol zu trinken. Sie verkaufte auf der Straße Second-Hand-Kleidung. Sie versprach, mit dem Trinken aufzuhören, wenn sie ein besseres Geschäft haben könnte. Sie wollte weiterhin gerne Kleidung verkaufen, allerdings in einem größeren Umfang, und wünschte sich dafür ein halbes Barrel Kleidung. Geschätzte Kosten (damals): 600.000 TSh für ein ganzes Barrel bzw. 300.000 TSh für ein halbes Barrel.
Update März 2017: Wir besuchten Ana und hörten, dass sie am Silvesterabend ausgeraubt und mit 7 Messerstichen lebensgefährlich verletzt wurde. Der alte Mann, der versucht hatte, sie zu töten, wurde von der Polizei gefasst; sein Motiv blieb unklar. Nach Einschätzung unseres Koordinators war es unwahrscheinlich, dass er für seine Tat ins Gefängnis kam, weil Ana keinen guten Anwalt hatte. Sie musste im Krankenhaus eine Rechnung von 250.000 TSh bezahlen. Ihre Verwandtschaft legte zusammen und übernahm 50.000 TSh davon, den Rest übernahmen wir. Da Ana mit dem Trinken aufgehört hatte, halfen wir ihr und kauften ihr ein halbes Barrel Kleidung.
Update: Ana erhielt ihr halbes Barrel Kleidung und war froh, dass sie ein neues Leben beginnen konnte.

Update Januar 2018: Der Mann, der Ana mit dem Messer attackiert hatte, wurde zu 15 Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.Ana zog um und wohnte danach außerhalb von Arusha, weil sie Angst vor dem Mann hatte und auch weiterhin Angst hatte, dass die Familienmitglieder des Mannes sich an ihr rächen könnten.Sie musste oft beim Gerichtsprozess anwesend sein und verlor dadurch Zeit zum Arbeiten und hatte zusätzliche Kosten für die Fahrt dorthin. Deshalb machte sie nicht genug Profit, um sich ein neues halbes Barrel Kleidung zu kaufen. Vor dem Prozess lief ihr Geschäft gut, und sie konnte ihre Einnahmen bereits zweimal in ein neues halbes Barrel investieren. Wir halfen ihr deshalb noch einmal mit einem halben Barrel Kleidung und dachten, dass sie sich damit in Zukunft selbst versorgen könne.
Update Januar 2018 (später): Ana kommt ohne unsere Hilfe zurecht. Der Verein unterstützt Ana nicht mehr. Wir wünschen ihr alles Gute für die Zukunft.


